Full-House im Konventsaal

Ein Abend zum Thema: Zwischen Schweigen und Schmerz – Mut zur Hoffnung wagen

Ein spannender Abend liegt hinter allen, die sich am 28. Mai auf den Weg zum 20. Stiftungsgespräch mit Sumaya Farhat-Naser machten – und das waren viele! Obwohl uns mit dem Konventsaal des Kirchenkreises (Dank an Uta Gerstner vom Kirchenkreis Hamburg-Ost) bereits ein sehr großer Saal zur Verfügung stand, hat uns der Andrang überrascht und sehr erfreut. Es mussten immer mehr Stühle aufgestellt werden, bis der Saal schließlich voll besetzt war. Das große Interesse an der Veranstaltung zeigt, dass das Thema viele Menschen beschäftigt.

Sumaya nahm uns mit in den Alltag einer palästinensischen Christin im Westjordanland. Die Teilnehmenden erlebten ein Wechselbad der Gefühle, mit einerseits verstörenden Bildern aus dem Alltag der Palästinenser, die von Israel schikaniert und drangsaliert werden. Andererseits gab es heitere Momente, die zeigten, dass die Palästinenser ihren Alltag auch mit Humor bewältigen. Besonders beeindruckend ist der unbedingte Wille zum Frieden, den Sumaya in ihrer Arbeit vertritt, unter der Maxime „Vergeben und Vergessen“.

In der Pause bot sich die Gelegenheit zu guten Gesprächen, begleitet von Getränken und Fladenbrot mit Olivenöl und Zatar, einer arabischen Gewürzmischung. Am Bücherstand konnten Bücher von Sumaya und andere Bücher zu dem Thema erworben werden und im Foyer wurden Olivenholzprodukte von christlichen Familien in Bethlehem angeboten.

Nach der Pause beantwortete Sumaya einige Fragen aus dem Publikum. Der Abend endete mit einem Witz aus Palästina und einem schönen Gedicht zur Friedenssuche:

„Wer Frieden sucht,
wird den andern suchen,
wird Zuhören lernen,
wird das Vergeben üben,
wird das Verdammen aufgeben,
wird vorgefaßte Meinungen zurücklassen,
wird das Wagnis eingehen,
wird an die Änderung des Menschen glauben,
wird Hoffnung wecken,

wird dem andern entgegengehen,
wird zu seiner eigenen Schuld stehen,
wird geduldig dranbleiben,
wird selber vom Frieden Gottes leben –
Suchen wir den Frieden?“

Schalom Ben-Chorin


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